Klimaregulierung im Wintergarten

Die drei wichtigsten klimatischen Faktoren im Wintergarten sind Wärme, Licht und Luft. Dies ist deshalb so besonders wichtig, weil hier zumeist ein hohe Pflanzendichte herrscht und der Wintergarten ein Übergangsbereich zwischen der Klimazone Haus und der Klimazone Garten ist. Ohne Beschattung und Belüftung haben wir hier im Sommer brütende Hitze und im Winter Eiszeit. Allerdings muss ein ungefähr konstantes Level in den klimatischen Bedingungen erreicht werden.

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Belüftung und Entlüftung

Belüftung und Entlüftung sind entscheidend für das gesamte Raumklima, denn die Qualität der Luft beeinflusst das Gesamtklima maßgeblich. Bei der Luftzufuhr können wir uns der selbstständigen (natürlich) Belüftung und der mechanischen (automatisch) Belüftung bedienen. Die regelmäßige Luftzirkulation steht im Vordergrund. Die natürliche Belüftung, so sagt es bereits der Name, kommt durch die normale Luftzufuhr von draußen zustande. Hierzu gehört das Öffnen jegliche Arten von Fenstern und Türen. Der Wintergarten besteht aus vielen Glasfenstern, deshalb besteht besonders im Sommer die Gefahr der Aufheizung. Bei der Planung des Wintergartens müssen genügend Öffnungselemente eingeplant werden (ca. 40 % der Grundfläche). Die automatische Belüftung kommt dann zum Einsatz, wenn die natürliche Belüftung nicht möglich ist (Abwesenheit des Eigentümers, schlechtes Wetter). Hier misst das System die Temperatur und die Luftzusammensetzung. Wenn die Grenzwerte erreicht werden, öffnen oder schließen sich die Fenster für eine gewisse Zeit oder die Luftzirkulation wird durch eine eingebaute Klima- oder Belüftungsanlage gewährleistet. Eine Alternative zur natürlichen Belüftung ist die motorgesteuerte Be- und Entlüftung mit Hilfe von Walzenlüftern (Radiallüfter oder Axiallüfter). Automatische Anlagen besitzen meist Temperaturfühler, Wärmepumpen und Lüftergebläse. Gleichzeitig wird durch diese Anlagen die Luftfeuchtigkeit reguliert, der Kondenswasserbildung wird damit entgegengewirkt. Durch die integrierten Wärmepumpen lassen sich eine Menge an Heizkosten sparen.

Beschattung

Nicht alle Pflanzen im Wintergarten benötigen viel Sonne und Licht, einige Exemplare brauchen auch Schatten. Besonders Wintergärten können schnell zu Treibhäusern werden. Die Beschattung muss bereits bei der Planung kalkuliert werden. Erster Faktor ist die Himmelsrichtung, in die der Wintergarten zeigt. Hier muss das richtige Maß gefunden werden (nicht zu viel Sonne, nicht zu viel Schatten). Durch das Anbringen von Jalousien und Markisen kann die Sonneneinstrahlung und somit auch die Innentemperatur ökologisch günstiger reguliert werden. Wer im Hochsommer Erholung im Wintergarten sucht, kommt an diesen baulichen Zusätzen nicht vorbei, Sie können auch Rollos oder Plissees verwenden. Eine natürliche Innenbeschattung kann durch immergrüne Bäume oder Büsche erfolgen. Beschattungselemente, die von innen angebracht werden, können aus jedem Material bestehen, denn Sie sind keinen witterungsbedingten Einflüssen ausgesetzt. Allein der persönliche Geschmack, was Aussehen oder Qualität der Stoffe angeht, ist hier ausschlaggebendes Kaufkriterium. Übrigens wäre auch ein Sonnenschutz für den Wintergarten denkbar. Die Aussenbeschattung hat den großen Vorteil, dass die direkte Sonneneinstrahlung auf die Glasflächen verhindert wird, somit ist eine bessere Temperaturregulierung möglich. Aussenbeschattungen werden meist elektronisch durch z.B. Sensoren, Zeitschaltuhren oder Thermostate gesteuert.

Temperatur

Beim Bau eines Wintergartens sollte darauf geachtet werden, dass dieser zum Wohnhaus hin mit einer Tür abgeschlossen werden kann. So lässt sich verhindern, dass der Wintergarten unerwünschterweise vom Haus mit beheizt wird. Beim Wintergartenbau sind die Bestimmungen der Energiesparverordnung (EnEV) zu beachten. Die Wärmepumpen erscheinen als Komplettlösung am sinnvollsten. Hier ist eine individuelle Programmierung möglich, die Umgebungstemperatur wird selbstständig reguliert. Die Pumpen sind zu einem Drittel mit Strom betrieben, den restlichen Energiebedarf beziehen sie aus ihrer Umgebung. Warme und feuchte Luft wird im Winter von unten angesaugt und warm und trocken wieder ausgeblasen. Das ist der beste Schutz gegen Schwitzwasserbildung an den Glasscheiben, Schimmelbildung wird somit vorgebeugt. Im Sommer dient die Wärmepumpe auch als Klimaanlage zur Kühlung des Wintergartens.